Archiv der Kategorie 'Das Schloss'

Das Schloss - Kapitel 1 + 2

Franz Kafka - Das Schloss - Kapitel 1 + 2
Das erste Kapitel Es war spät abends, als K. ankam. Das Dorf lag in tiefem Schnee. Vom Schloßberg war nichts zu sehen, Nebel und Finsternis umgaben ihn, auch nicht der schwächste Lichtschein deutete das große Schloß an. Lange stand K. auf der Holzbrücke, die von der [...]

Das Schloss - Kapitel 3

Franz Kafka - Das Schloss - Kapitel 3
Das dritte Kapitel Im Ausschank, einem großen, in der Mitte völlig leeren Zimmer, saßen an den Wänden bei Fässern und auf ihnen einige Bauern, die aber anders aussahen als die Leute in K.s Wirtshaus. Sie waren reinlicher und einheitlicher in graugelblichen, groben Stoff gekleidet, die Jacken waren gebauscht, [...]

Das Schloss - Kapitel 4 + 5

Franz Kafka - Das Schloss - Kapitel 4 + 5
Das vierte Kapitel Er hätte gern mit Frieda vertraulich gesprochen, aber die Gehilfen, mit denen übrigens Frieda hie und da auch scherzte und lachte, hinderten ihn daran durch ihre bloße, aufdringliche Gegenwart. Anspruchsvoll waren sie allerdings nicht, sie hatten sich in einer Ecke auf dem Boden [...]

Das Schloss - Kapitel 6

Franz Kafka - Das Schloss - Kapitel 6
Das sechste Kapitel Vor dem Wirtshaus erwartete ihn der Wirt. Ohne gefragt zu werden, hätte er nicht zu sprechen gewagt, deshalb fragte ihn K., was er wolle. “Hast du schon eine neue Wohnung?” fragte der Wirt, zu Boden sehend. “Du fragst im Auftrage deiner Frau”, sagte K., “du [...]

Das Schloss - Kapitel 7

Franz Kafka - Das Schloss - Kapitel 7
Das siebente Kapitel Oben traf K. den Lehrer. Das Zimmer war erfreulicherweise kaum wiederzuerkennen, so fleißig war Frieda gewesen. Es war gut gelüftet worden, der Ofen reichlich geheizt, der Fußboden gewaschen, das Bett geordnet, die Sachen der Mägde, dieser hassenswerte Unrat, einschließlich ihrer Bilder, waren verschwunden, der Tisch, [...]

Das Schloss - Kapitel 8 + 9

Franz Kafka - Das Schloss - Kapitel 8 + 9
Das achte Kapitel Zunächst war K. froh, dem Gedränge der Mägde und Gehilfen in dem warmen Zimmer entgangen zu sein. Auch fror es ein wenig, der Schnee war fester, das Gehen leichter. Nur fing es freilich schon zu dunkeln an, und er beschleunigte die Schritte. Das [...]

Das Schloss - Kapitel 10, 11 + 12

Franz Kafka - Das Schloss - Kapitel 10, 11 + 12
Das zehnte Kapitel Auf die wild umwehte Freitreppe trat K. hinaus und blickte in die Finsternis. Ein böses, böses Wetter. Irgendwie im Zusammenhang damit fiel ihm ein, wie sich die Wirtin bemüht hatte, ihn dem Protokoll gefügig zu machen, wie er aber standgehalten hatte. Es [...]

Das Schloss - Kapitel 13

Franz Kafka - Das Schloss - Kapitel 13
Das dreizehnte Kapitel Kaum waren alle fort, sagte K. zu den Gehilfen: “Geht hinaus!” Verblüfft durch diesen unerwarteten Befehl, folgten sie, aber als K. hinter ihnen die Tür zusperrte, wollten sie wieder zurück, winselten draußen und klopften an die Tür. “Ihr seid entlassen!” rief K. “Niemals mehr nehme [...]

Das Schloss - Kapitel 14 + 15

Franz Kafka - Das Schloss - Kapitel 14 + 15
Das vierzehnte Kapitel Endlich - es war schon dunkel, später Nachmittag - hatte K. den Gartenweg freigelegt, den Schnee zu beiden Seiten des Weges hochgeschichtet und festgeschlagen und war nun mit der Arbeit des Tages fertig. Er stand am Gartentor, im weiten Umkreis allein. Den Gehilfen [...]

Das Schloss - Kapitel 16 + 17

Franz Kafka - Das Schloss - Kapitel 16 + 17
Das sechzehnte Kapitel Als er dann auf der Straße war, sah er, soweit die trübe Nacht es erlaubte, weiter oben vor des Barnabas Haus noch immer den Gehilfen auf und ab gehen, manchmal blieb er stehen und versuchte durch das verhängte Fenster in die Stube zu [...]

Das Schloss - Kapitel 18

Franz Kafka - Das Schloss - Kapitel 18
Das achtzehnte Kapitel Da sah K., wie er ziellos umherblickte, weit in der Ferne an einer Wendung des Ganges Frieda; sie tat, als erkenne sie ihn nicht, blickte nur starr auf ihn, in der Hand trug sie eine Tasse mit leerem Geschirr. Er sagte dem Diener, der aber [...]

Das Schloss - Kapitel 19 + 20

Franz Kafka - Das Schloss - Kapitel 19 + 20
Das neunzehnte Kapitel Wahrscheinlich wäre er ebenso gleichgültig an Erlangers Zimmer vorübergegangen, wenn Erlanger nicht in der offenen Türe gestanden wäre und ihm zugewinkt hätte. Ein kurzer, einmaliger Wink mit dem Zeigefinger. Erlanger war zum Weggehen schon völlig bereit, er trug einen schwarzen Pelzmantel mit knappem, [...]